Dies und Das Filme

Studio Ghibli, und wie wir endlich zueinander fanden

Ich hatte lange Zeit meine Schwierigkeiten mit den Filmen aus den Ghibli Studios, da bin ich ganz ehrlich. Ich meine, ich liebe animierte Filme, aber ich war ganz klar eine Vertreterin aus dem Hause Disney, und Figuren mussten für mich auf eine bestimmte Weise gezeichnet und Geschichten auf eine bestimmte Weise erzählt werden. Was soll ich sagen, ich war ein Schnösel.

Fairerweise muss ich mir zugestehen, dass ich es immer mal wieder versucht habe. Aber „Das wandelnde Schloss“ ließ mich eher schulterzuckend zurück, und von „Chihiros Reise ins Zauberland“ schaffte ich nicht mal zwanzig Minuten, bevor ich aufgab, weil mir alles in diesem Film so fremd vorkam. Ich mag nicht ausschließen, dass nicht bis zu einem gewissen Grad auch Xenophobie mit im Spiel war.

„Mila, kann lachen …“

Als Kind hatte ich zwar natürlich Serien wie „Mila“ und „Heidi“ und „Eine fröhliche Familie“ gesehen, ebenfalls allesamt japanische Produktionen und im Animationsstil nicht unähnlich, aber von meinen Eltern wurden diese Serien gerne unterschwellig aufgrund des Herkunftslandes abgewertet. Vor allem der Zeichenstil, den ich bis dahin eigentlich ganz schön fand. Also begann ich eine monogame Beziehung mit Disney.

„Das wandelnde Schloss“

Dann passierten zwei Dinge: Eine Pandemie suchte uns heim, und ich fing wieder verstärkt an, zu malen.

Wie an anderer Stelle bereits beschrieben habe ich im vergangenen Jahr zudem meine Liebe für Serien und Filme aus Ostasien entdeckt, und ging diesmal auch wesentlich offener an die Erzählweisen und Art der erzählten Geschichten ran. Zusätzlich dazu verbrachte ich viel Zeit auf YouTube damit, Künstlern beim Malen zuzuschauen, und nicht wenige von ihnen malten wunderschöne Szenen aus Studio Ghibli-Filmen. Und nach einer Weile dachte ich, dass es vielleicht wirklich eine gute Idee sein könnte, der ganzen Sache nochmal eine Chance zu geben.

Die Entdeckung von Ghibli

Als erstes musste ich dabei feststellen, dass aus den Ghibli Studios viel, viel mehr Filme kamen, als ich ursprünglich angenommen hatte. Ich hätte spontan vielleicht eine Handvoll aufzählen können. Ha, weit gefehlt.

„Das Schloss im Himmel“

Ich begann mit „Das Schloss im Himmel“, dem Lieblingsfilme einer meine engsten Freundinnen, und war sofort hingerissen vom Weltenbau, den tollen Zeichnungen und den Figuren. Ich verstehe aber noch immer, weshalb ich damals mit den Filmen meine Schwierigkeiten hatte. Im Vergleich zu westlichen Filmen sind die deutlich anders erzählt und hören teilweise an Stellen auf, die einem durchschnittlichen Hollywood-Studio frevelhaft erscheinen mögen. Doch diesmal störte mich das nicht, und ich machte mich als nächstes an „Prinzessin Mononoke“. Der mir auch echt gut gefiel und mich beschlich das Gefühl, dass der Hype um die Ghibli Studios vielleicht doch die ganze Zeit gerechtfertigt gewesen war.

„Prinzessin Mononoke“

Vor kurzem habe ich „Das wandelnde Schloss“ nochmal gesehen, und diesmal hat es mich nicht nur mit einem Schulterzucken zurückgelassen. Und „Kikis kleiner Lieferservice“, das vermutlich mit das zauberhafteste ist, das ich in meinem Leben je gesehen habe. Vielleicht war der Zeitpunkt für Ghibli damals nicht der richtige, aber jetzt ist er es definitiv.

Das beste an der Sache ist, dass ich noch so viele Filme zu entdecken habe. Vielleicht schaue ich mir als nächstes „Mein Nachbar Totoro“ an.

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